Lohnt sich ein Upgrade von 144Hz auf 240Hz? Der spürbare Unterschied im Test

Lohnt sich ein Upgrade von 144Hz auf 240Hz? Der spürbare Unterschied im Test

Du sitzt vor deinem Setup. Dein 144Hz-Monitor, den du vor ein paar Jahren gekauft hast, fühlt sich immer noch verdammt gut an. Der Sprung von 60 Hz war eine Offenbarung, die du nie wieder missen möchtest. Aber du hörst es überall: in Streams, in Foren, in den Spezifikationen der Profis. 240 Hz ist der neue Standard für alle, die es ernst meinen. Und die Frage nagt an dir: Lasse ich hier Performance auf der Strecke? Ist der Unterschied zwischen 144 Hz und 240 Hz wirklich spürbar oder ist das nur ein Placebo-Effekt für die E-Sport Elite?

Schluss mit den Mutmaßungen. Wir haben die beiden Hertz-Klassen in einem direkten Duell gegeneinander antreten lassen, um dir eine klare, datengestützte Antwort zu geben. Wir analysieren, wie sich der Unterschied anfühlt, wer davon profitiert und, am allerwichtigsten, ob das Upgrade dein hart verdientes Geld wirklich wert ist.

Die direkte Antwort: Lohnt sich das Upgrade auf 240Hz?

Ja, der Unterschied zwischen 144 Hz und 240 Hz ist in schnellen Spielen visuell wahrnehmbar und messbar. Das Bild ist bei 240 Hz flüssiger, die Bewegungsschärfe nimmt zu und die Systemlatenz sinkt geringfügig. Allerdings ist dieser Vorteil deutlich kleiner als der massive Sprung von 60 Hz auf 144 Hz. Ein Upgrade lohnt sich daher primär für ambitionierte, kompetitive Spieler von schnellen Shootern (z.B. Valorant, CS2, Apex Legends), die bereits über einen High-End-PC verfügen, der konstant über 200 FPS in ihrer gewünschten Auflösung liefern kann. Für die meisten Allround-Gamer ist es ein Luxus-Upgrade mit abnehmendem Grenznutzen.

Die Kontrahenten im direkten Vergleich

Um den Unterschied greifbar zu machen, haben wir drei Monitore als Repräsentanten ihrer jeweiligen Klasse ausgewählt. Sie dienen uns als Testobjekte, um die Upgrade-Frage zu beantworten.

[Die 165Hz-Benchmark] LG UltraGear 27GP850-B

Dieser Monitor ist der amtierende König der Allrounder und repräsentiert die Spitze dessen, was die 144/165-Hz-Klasse zu bieten hat. Wenn du über ein Upgrade nachdenkst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du einen Monitor mit ähnlichen Spezifikationen besitzt. Er ist der Standard, den es zu schlagen gilt.

Der LG 27GP850-B setzt mit seinem Nano-IPS-Panel und extrem schnellen Reaktionszeiten Maßstäbe. Bei 165 Hz (übertaktbar auf 180 Hz) liefert er ein unglaublich flüssiges und scharfes Bild, das für 95% aller Gaming-Szenarien absolut erstklassig ist. Das Gameplay fühlt sich direkt an, Ghosting ist kein Thema. Er ist die Definition des „Sweet Spots“ und der Grund, warum die Upgrade-Frage überhaupt so schwierig ist: Die Ausgangslage ist bereits exzellent.

LG UltraGear Gaming Monitor 27GP850-B.AED 68,5 cm

LG UltraGear Gaming Monitor 27GP850-B.AED 68,5 cm

✅ Exzellente Bewegungsschärfe für 165/180Hz
✅ Brillante, lebendige Farben
✅ Perfekte Allround-Performance
❌ IPS-typisch schwacher Kontrast

[Der 240Hz-Herausforderer] Alienware AW2723DF

Der Alienware AW2723DF ist der logische nächste Schritt. Er nimmt die beliebte 27-Zoll-WQHD-Formel und schraubt die Geschwindigkeit auf kompetitive 240 Hz (übertaktbar auf 280 Hz). Er ist unser Testobjekt für die Kernfrage: Wie fühlt sich der Sprung an?

Im direkten A/B-Vergleich mit dem LG wird der Unterschied sichtbar, wenn man weiß, worauf man achten muss. Beim schnellen Tracking eines Gegners in Apex Legends oder beim Halten eines engen Winkels in Valorant bleibt das Bild bei 240 Hz sichtbar ruhiger und schärfer. Das Gehirn muss weniger „Lücken“ zwischen den Frames füllen, was zu einer präziseren Muskelgedächtnis-Leistung führen kann.

Rein technisch ist der Unterschied klar: Ein Frame bei 144 Hz dauert 6,94 ms, bei 240 Hz nur 4,17 ms. Diese Reduzierung der Latenz ist gering, kann aber in High-Elo-Matches den Unterschied ausmachen. Die Voraussetzung ist jedoch brutal: Um diesen Vorteil auszuspielen, muss dein PC konstant über 200 FPS liefern, was in WQHD eine enorme Grafikleistung erfordert.

Alienware AW2723DF 27 Zoll QHD (2560x1440)

Alienware AW2723DF 27 Zoll QHD (2560×1440)

✅ Spürbar flüssigeres Tracking bei schnellen Zielen
✅ Geringere Latenz für kompetitive Spieler
✅ Premium-Verarbeitung
❌ Benötigt eine extrem potente GPU

[Die Preis-Leistungs-Alternative] Dell G2724D

Dieser Monitor stellt die entscheidende Gegenfrage: Ist der Sprung auf 240 Hz den massiven Aufpreis wert, wenn man eine exzellente High-Refresh-Rate-Erfahrung zu einem Bruchteil des Preises bekommen kann? Der Dell G2724D ist ein Musterbeispiel für einen smarten Preis-Leistungs-Sieger, der sich auf die wesentlichen Tugenden eines Gaming-Monitors konzentriert.

Der Dell G2724D beweist eindrucksvoll, dass man für unter 300 Euro keine faulen Kompromisse bei der Kern-Performance eingehen muss. Er setzt auf ein modernes „Fast IPS“-Panel, das mit 165 Hz eine absolut flüssige und reaktionsschnelle Darstellung liefert – der perfekte, moderne Einstiegspunkt jenseits der 144-Hz-Marke. In Sachen Bewegungsschärfe und Spielgefühl steht er teureren Modellen in nichts nach. Eine absolute Stärke, die in dieser Preisklasse eine Seltenheit ist, ist der voll verstellbare Standfuß, der eine perfekte ergonomische Ausrichtung erlaubt. Die Kehrseite der Medaille ist der bewusste Verzicht auf teure Zusatz-Features.

Das HDR-Erlebnis ist rein nominell, die Anschlussvielfalt ist auf das Nötigste beschränkt und auf Extras wie einen USB-Hub oder RGB-Beleuchtung wird verzichtet. Doch genau das macht ihn zur perfekten Referenz in dieser Debatte: Er zwingt uns, die Upgrade-Frage neu zu bewerten: Ist der kleine, nur für trainierte Augen sichtbare Vorteil von 240 Hz wirklich einen Aufpreis von oft mehreren hundert Euro gegenüber diesem absolut soliden 165-Hz-Performer wert? Für die meisten lautet die Antwort klar „Nein“.

Dell U2724D UltraSharp 27 Zoll QHD (2560x1440)

Dell U2724D UltraSharp 27 Zoll QHD (2560×1440)

✅ Top Preis-Leistungs-Verhältnis
✅ Schnelles 165-Hz-IPS-Panel
✅ Sehr gute Ergonomie
❌ Basisausstattung bei Features & Anschlüssen

Worauf du beim Upgrade von 144Hz auf 240Hz unbedingt achten musst

  1. Deine GPU ist der limitierende Faktor: Dies ist der wichtigste Punkt. Ein 240-Hz-Monitor ist nutzlos, wenn deine Grafikkarte in deinen Lieblingsspielen nur 150 FPS erreicht. Die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Sei ehrlich zu deiner Hardware. Grobe Faustregel für WQHD:
    • Stabile 144-170 FPS: Benötigt mindestens eine RTX 4060 Ti / RX 7700 XT.
    • Stabile 200-240 FPS: Benötigt mindestens eine RTX 4070 Super / RX 7900 GRE, oft sogar mehr.
  2. Das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens: Stell dir den Sprung von 60 Hz auf 144 Hz wie den Wechsel von einer holprigen Landstraße auf eine freie Autobahn vor – eine Revolution. Der Sprung von 144 Hz auf 240 Hz ist wie der Wechsel von einem Sportwagen auf einen Formel-1-Boliden auf derselben Autobahn. Es ist schneller und präziser, aber der fundamental gefühlte Unterschied ist ungleich kleiner.
  3. Deine Spiele, dein Skill-Level: Spielst du hauptsächlich cineastische Singleplayer-Titel, rundenbasierte Strategiespiele oder Aufbausimulationen? Dann ist ein 240-Hz-Monitor verschwendetes Geld. Bist du unter den Top 10% in der Rangliste von CS2, Valorant oder Overwatch? Dann kann der geringere Input Lag und die höhere Bewegungsschärfe ein kleiner, aber potenziell entscheidender Puzzlestein für deine Performance sein.
  4. Die Reaktionszeit muss mithalten: Eine hohe Hertz-Zahl erfordert eine extrem schnelle Pixel-Reaktionszeit (GtG). Ein 240-Hz-Monitor mit einem langsamen Panel würde nur eine verschwommene Schlieren-Show produzieren. Achte darauf, dass der anvisierte 240-Hz-Monitor in unabhängigen Tests für seine exzellenten GtG-Zeiten (< 3 ms) gelobt wird.

Fazit: Unsere unmissverständliche Upgrade-Empfehlung

Nach eingehenden Tests ist unsere Empfehlung für dich als Gamer, der bereits einen soliden 144Hz- oder 165Hz-Monitor besitzt, absolut eindeutig.

Unsere Top-Empfehlung ist: Für die große Mehrheit der Gamer lohnt sich das Upgrade von einem guten 144Hz/165Hz-Monitor auf 240Hz aktuell nicht.

Begründung: Der visuelle und performancetechnische Zugewinn steht in den meisten Fällen in keinem Verhältnis zum erheblichen Aufpreis und den gestiegenen Hardware-Anforderungen. Wir raten dir stattdessen: Investiere das für das Monitor-Upgrade gesparte Geld in eine stärkere Grafikkarte. Der Performance-Gewinn, den du durch eine GPU erzielst, die stabile 165 FPS statt schwankender 120 FPS liefert, ist ein deutlich spürbareres und universelleres Upgrade als der marginale Sprung von 165 Hz auf 240 Hz.

Das Upgrade auf 240 Hz ist ein Luxus-Investment, das nur für eine kleine Zielgruppe von hochkompetitiven Spielern sinnvoll ist, deren Hardware bereits am absoluten Limit operiert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Merkt wirklich jeder den Unterschied zwischen 144Hz und 240Hz? Nein. Während der Unterschied objektiv messbar ist, ist die subjektive Wahrnehmung sehr individuell. Erfahrene E-Sport-Spieler mit tausenden Stunden in schnellen Shootern nehmen den Unterschied in der Regel deutlich wahr. Gelegenheitsspieler oder solche, die primär langsamere Spielegenres spielen, werden den Unterschied oft kaum oder gar nicht bemerken. Es ist ein Vorteil, den man oft erst nach einer Gewöhnungsphase zu schätzen lernt.

Wie viele FPS brauche ich mindestens, um von 240Hz zu profitieren? Um einen echten Vorteil aus einem 240-Hz-Monitor zu ziehen, sollte deine durchschnittliche Bildrate konstant über 200 FPS liegen. Fällt deine Framerate häufig in den Bereich von 140-160 FPS, limitiert dein PC die Darstellung und der Monitor kann sein volles Potenzial nicht ausspielen. In diesem Fall wäre ein 165-Hz-Monitor mit G-Sync/FreeSync die bessere und rundere Erfahrung.

Ist der Input Lag bei 240Hz geringer als bei 144Hz? Ja. Eine höhere Bildwiederholrate reduziert die Zeit, bis der nächste Frame dargestellt werden kann, was die Systemlatenz systembedingt senkt. Ein Frame bei 144 Hz wird alle 6,94 ms aktualisiert, bei 240 Hz bereits alle 4,17 ms. Dies führt zu einer messbar geringeren ‚Motion-to-Photon‘-Latenz. Der Unterschied von ca. 2,7 ms ist zwar gering, für Profispieler aber potenziell relevant.

Wenn 240Hz schon kaum lohnt, was ist dann mit 360Hz-Monitoren? 360-Hz-Monitore sind noch spezialisiertere Werkzeuge. Der Sprung von 240 Hz auf 360 Hz ist visuell nochmals deutlich geringer als der von 144 Hz auf 240 Hz und zielt fast ausschließlich auf professionelle E-Sportler ab. Diese Monitore sind fast immer auf eine 1080p-Auflösung beschränkt, um die benötigten extrem hohen Bildraten überhaupt zu ermöglichen. Für 99,9% der Spieler ist dies ein absoluter Overkill.

Lohnt sich das Upgrade eher bei 1080p als bei 1440p? Ja, das Upgrade auf 240Hz ist bei 1080p (Full-HD) deutlich leichter zu rechtfertigen und zu realisieren. Die geringere Auflösung stellt deutlich niedrigere Anforderungen an die Grafikkarte, wodurch es viel einfacher ist, die für 240Hz notwendigen 200+ FPS konstant zu halten. Ein 1080p 240Hz Monitor ist daher eine gängige Wahl für Spieler, die maximale Frameraten über Bildschärfe stellen.

Verwendete Quellen